Wanderungen planen in 6 einfachen Schritten

Juli 6, 2018 von
von Juli 6, 2018

Der Sommer lockt, die Bedingungen für Ausflüge in die Natur sind ideal. Also nichts wie raus. Wie Sie einen fantastischen Wanderausflug im Handumdrehen planen, erfahren Sie hier!

# 1 – Wie wird das Wetter?

Das Wetter steht im Zentrum der Planung einer Wanderung. Es beeinflusst alle weiteren Schritte und Entscheidungen. Checken Sie die Wettervorhersage und finden Sie heraus, wo das Wetter am besten für Ihren gewünschten Ausflug ist. Das heißt nicht unbedingt regenfrei, doch Gewitterwarnungen sollten Sie ernst nehmen.

So klärt sich auch die wichtigste Frage: wo soll es hingehen? Dementsprechend können Sie Übernachtungen planen und Ihre Ausrüstung packen.

# 2 – Tagesausflug oder Übernachtung?

Diese Frage sollte man so früh es geht beim Planen einer Wanderung klären. In der Natur zu schlafen, ist eine der schönsten Erfahrungen des Sommers, bedarf aber weiterer Planung als ein Tagesausflug. Überlegen Sie auch, wann sich ein Zeitfenster für eine Übernachtung öffnet. Es muss nicht nach der Wanderung sein.

Manchmal ist es wunderschön erst am frühen Abend aufzubrechen, in der Nähe des Wanderwegs zu schlafen und am nächsten Morgen in einer anderen Welt aufzuwachen und loszuwandern. Die langen Tage im Sommer helfen dabei.


Wanderausrüstung: Hier finden Sie die 12 Basics für jede Wanderung!


# 3 – Alleine oder zusammen?

Wer kommt mit auf die Wanderung ist eine weitere essentielle Frage. Nicht nur, weil man so das Zeitfenster anpassen und auf verschiedene Verpflichtungen Rücksicht nehmen muss, sondern auch aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse und Fähigkeiten. Eine Gruppe sollte sich am schwächsten Mitglied orientieren und dafür sorgen, dass alle der Wanderung gewachsen sind. Auch die Ausrüstung sollte organisiert und geteilt werden.

Es kann Sinn machen, eine Gruppe zeitweise aufzuteilen. Oft bieten markierte Rundwege kürzere und längere Versionen. Auch Aufgaben wie beispielsweise Essen zubereiten, Zelte aufstellen etc können aufgeteilt werden.

Wem die Koordination zu aufwendig ist, der ist unter Umständen besser dran, alleine zu wandern. Alternativ kann auch eine Person einen Plan machen und andere dazu einladen, sich an exakt diese Wanderung anzuschließen, oder eben nicht.


Interesse am Wandern allein? Lesen Sie unsere Reflektionen über eine besondere Erfahrung.


# 4 – Fern oder nahe?

Das Konzept des Mikro-Abenteuers ermutigt Menschen, ihre nahe Umgebung mit Abenteuer-Augen zu betrachten und neu zu erleben. Doch es kann sich auch lohnen eine längere Anfahrt in Kauf zu nehmen und als Teil des Ausflugs zu betrachten. Auf Landstraßen oder im Zug  zeigen sich Wanderlandschaften oft von ihrer schönsten Seite. Auch Picknick-Pausen können bereits eine Einstimmung auf die Zeit in der Natur sein.

# 5 – Rundweg oder hin und zurück?

Rundwege machen die Planung von Wanderausflügen erheblich einfacher, vor allem, wenn Sie sich in der Gegend nicht so gut auskennen und eine längere Wanderung machen wollen. So sparen Sie sich Rücktransport planen zu müssen. Gerade in abgelegeneren Gebieten sind öffentliche Verkehrsmittel rar und Taxis, die Sie zurück zum Ausgangspunkt bringen, sollten vorher gebucht werden.

Das trifft natürlich nicht auf kürzere Wanderungen zu, bei denen Sie schlicht umkehren und den Weg zurück laufen, den Sie gekommen sind.

# 6 – Wild oder zahm?

Schlafen

Sollten Sie sich für eine Mehrtagestour mit Übernachtung entscheiden, stellt sich die Frage nach dem geeigneten Schlafplatz. Der wiederum orientiert sich an Ihrem Bedürfnis nach Komfort oder Wildnis und Ihrer Ankunftszeit.

Wild campen mitten in der Natur ist eine wunderschöne Möglichkeit, der Zivilisation zu entkommen und Stille zu finden. Es bedarf allerdings der meisten Planung und gewisser Flexibilität. Informieren Sie sich, ob wild campen im entsprechenden Wandergebiet erlaubt ist und was die Richtlinien sind. Versuchen Sie so wenig Spuren zu hinterlassen, wie es geht.

Mitunter müssen Sie bereits weit wandern, um zu einem geeigneten Ort zugelangen. Das heißt früh genug aufbrechen und auf jeden Fall eine Taschenlampe dabei haben. Außerdem müssen Sie zwei Dinge planen: Wasserquellen und Outdoor-Toilette.

Entweder Sie bringen genug Wasser mit, oder besser: Sie besorgen einen Wasserfilter. Der erspart Ihnen das zusätzliche Gewicht des Wassers. Schauen Sie auf einer Wanderkarte oder bei google maps nach, ob es in Ihrer Nähe Wasserquellen gibt.

Was die „Outdoortoilette“ angeht, stellen Sie sicher, dass Sie genug Abstand (mindestens 200m) zu Gewässern halten. Vergraben Sie alle Hinweise Ihres Aufenthalts, zum Beispiel unter einem großen Stein.

Auf einem Campingplatz müssen Sie sich selbstverständlich über diese Fragen keine Gedanken machen. Auch können Sie hier später direkt mit dem Auto oder anderen Verkehrsmitteln ankommen und müssen nicht erst zu Ihrem Schlafplatz wandern.

Eine Pension, Hostel oder ein B&B sind natürlich die komfortabelste Alternative. Sie eignen sich vor allem, wenn nicht alle die entsprechende Ausrüstung haben oder campen wollen. Informieren Sie sich hier jedoch, ob Betten frei sind. Der Sommer ist in Wandergegenden oft die beliebteste Jahreszeit, die Nachfrage dementsprechend groß.


Lesen Sie mehr über nachhaltiges Wandern und Leave no Trace.


Wandern

Beim Wandern wählen Sie den Grad an Abenteuer, Planung und Einfachheit. Während gut ausgeschilderte Wanderwege wenig Orientierung und Koordination voraussetzen, braucht man bei Wanderungen zu einsamen Gipfeln (vor allem in Irland) gute Kenntnisse im Karten lesen.

Nehmen Sie bei Ihrer Entscheidung auch Rücksicht auf die unerfahrensten Wanderer in der Gruppe.

Essen

Auch was Essen angeht, gilt die gleiche Faustregel: Je wilder es wird, desto mehr müssen Sie planen.

Für mehrtägige Aufenthalte in der Natur loht es sich, einen Campingkocher und diverse Essensrationen mitzubringen. Hier finden Sie verschiedene Snacks, die auf Wanderungen Energie geben.

Auf vielen Fernwanderwegen kommen Sie allerdings regelmäßig durch Dörfer, in denen Mahlzeiten oder Essensvorrat erstanden werden kann. Wer spezielle Essgewohnheiten hat (vegan, vegetarisch, glutenfrei) muss hier allerdings mit wenig Auswahl rechnen. Im Notfall hilft immer Studentenfutter.