Wandern mit GPS: was sind die Vorteile?

Oktober 21, 2018 von
von Oktober 21, 2018

Wandern mit GPS bringt moderne Technologie und ursprüngliche Naturerlebnisse zusammen. Das mag manche begeistern und andere abschrecken.

Doch auch für Menschen, die auf Wanderungen Abstand zu den Belastungen und Errungenschaften der Neuzeit suchen, kann GPS eine Bereicherung sein. Lesen Sie hier über die Vorteile von GPS beim Wandern und was es dabei zu beachten gilt.

Foto: Drew Collins auf Unsplash.

Wie GPS Geräte bei Wanderungen helfen

Was ist GPS?

GPS steht für Global Positioning System und wurde in den 70er Jahren vom US Militär entwickelt. Mit Hilfe von 24 Satelliten wird diese Technologie genutzt, um Standpunkte auf der ganzen Welt zu bestimmen. Ein GPS Gerät empfängt Signale der Satelliten und berechnet so die eigene Position.

Die meisten modernen Mobiltelefone sind mit einer GPS Funktion ausgestattet, für genauere Navigation lohnt sich jedoch die Anschaffung eines speziellen GPS Empfängers. Die Firma Garmin ist der absolute Vorreiter bei ihrer Entwicklung und Herstellung.

Nutzen von GPS beim Wandern

Verschiedene Funktionen von GPS Geräten können beim Wandern von unschätzbarem Wert sein. Als digitale Karte ist ein GPS ein hervorragendes Instrument für Orientierung und Navigation. Dennoch gibt es bei der Benutzung auf Wanderungen einiges zu beachten, um diese Technik sinnvoll einzusetzen und Risiken zu verringern.

Die Vorteile des Wandern mit GPS sind unter anderem eine genaue Bestimmung der eigenen Position, das Aufzeichnen von Routen, die Anzeige von Wanderstrecken, das Markieren bestimmter Punkte, Geocaching und die Anzeige des Höhenprofils und der Gesamtstrecke.

Positionsbestimmung

Im Gegensatz zu Wanderkarten, gibt das GPS Gerät die eigene Position an. Das erspart den ständigen Abgleich mit Landschaftsmerkmalen und beseitigt Unsicherheiten, was den Standpunkt angeht. Man kann das GPS Display so einstellen, dass es entweder in die eigene Laufrichtung zeigt, oder ständig nach Norden ausgerichtet ist.

Routenaufzeichnung

GPS Geräte zeichnen die Bewegung auf und speichern sie. Das kann diverse Vorteile haben. So kann man die eigene Route nach verfolgen und beispielsweise als neuen Wanderweg hochladen und mit anderen teilen. Jenseits von Wanderwegen kann man so neue Routen markieren oder bestehende Pfade zu einer neuen Strecke kombinieren.

Detaillierte digitale Karten helfen bei uneinsichtigem Gelände steile Ansteige oder Gefahrenstellen wie Klippen zu vermeiden. Falls man sich verläuft oder unterwegs etwas verliert, kann man so außerdem seine Schritte zurück verfolgen.

Routen nachwandern

Im Internet finden sich viele Webseiten, wie beispielsweise wikiloc und GPSies, die kostenfreie Wanderrouten zum Download anbieten. Bei diesen Routen handelt es sich um Koordinaten, die auf die Karte im GPS Gerät übertragen wird. Das ermöglicht Wander*innen interessante Gebiete und Routen in verschiedensten Ländern kennen zulernen, ohne viel Geld für detaillierte, regionale Karten auszugeben und diese lange zu studieren.

Auf markierten Pfaden, wie dem West Highland Way, können Sie mithilfe einer GPS Route überprüfen, ob Sie sich noch auf dem richtigen Weg befinden. Das erspart einem, bei uneindeutigen oder mangelhaften Markierungen in die falsche Richtung zu laufen.

Orte markieren

Einen Ort digital markieren zu können, hilft beispielsweise einen guten Zeltplatz wiederzufinden. Das ist vor allem bei eingeschränkten Sichtverhältnissen durch Dunkelheit oder Nebel hilfreich.

Geocaching

Geocaching ist die moderne Form der Schatzsuche. Auf der Homepage können Sie feststellen, welche Objekte bei Ihnen in der Nähe versteckt sind. Durch die GPS Koordinate werden Sie dann zum Ziel geführt und werden so für Ihre Navigationsfähigkeit belohnt.

Anzeige des Höhenprofils

Wenn Sie eine Route auf Ihr GPS Gerät geladen haben, zeigt dieses Ihnen (je nach Modell) nicht nur an, wie lang die gesamte Strecke ist, es erstellt auch ein Höhenprofil. Gerade bei anstrengenden Anstiegen ist es gut zu wissen, was noch vor einem liegt.

Foto von Kristóf Vizy auf Unsplash.

GPS oder Karte und Kompass?

Können GPS Empfänger also Karte und Kompass auf Wanderungen ersetzen? Bergführer*innen empfehlen, sich nicht nur auf digitale Navigation zu verlassen. Obwohl GPS Geräte Karten vorzuziehen sind, wenn es regnet und stürmt und die Karte davon flattert, ist eine Kombination aus beidem wohl das beste.

Wenn Sie sich einen Überblick über Ihre Umgebung verschaffen wollen, versuchen Sie Ihren Standpunkt vom GPS Gerät auf die Karte zu übertragen. Durch rein- und raus zoomen können Sie einen ähnlichen Maßstab wie auf der Karte wählen und anhand von Landmarken sehen, wo Sie auf der Karte sind.


Tipps und Anleitungen zum Lesen von Wanderkarten finden Sie hier.


Tipps: Was gilt es zu beachten?

  1. Bevor Sie bei Wanderungen mit GPS navigieren, ist wichtig zu wissen, dass der Satellitenempfang gestört werden kann. Nebel, Schluchten, tiefe Wälder oder Bergketten können alle dazu führen, dass die Bestimmung Ihrer Position ungenauer wird, ausfällt oder länger dauert.
  2. Beachten Sie auch, dass der Stromverbrauch eines GPS Empfängers relativ hoch sein kann. Es empfiehlt sich immer Ersatz Batterien dabei zu haben und ein Auge auf die Akku Anzeige zuwerfen.
  3. GPS Geräte sind beim Kauf mit einer Standard Karte ausgestattet. Für Wander*innen empfiehlt es sich unbedingt detailliertere Karten herunterzuladen. Open Street Map oder Freizeitkarte beispielsweise bieten kostenfreie digitale Karten, die von Nutzer*innen zusammen gestellt wurden.

Fazit

Ein GPS Gerät bietet also insgesamt viele Vorteile für Wander*innen. Sogar für die, die in ihrer Freizeit in der Natur Bildschirmen eigentlich lieber fern bleiben wollen. Auch ersetzt diese Technologie Fähigkeiten wie Karten lesen nicht, sie ergänzt und bereichert sie.