Ein traumhafter Wanderurlaub auf dem West Highland Way

August 15, 2019 von
von August 15, 2019

Im Mai sind Dick, seine Frau Maaike und deren Tochter Irene aus den Niederlanden nach Schottland gereist um die Herausforderung der 10-tägigen Moderaten West Highland Way Wanderreise von Milngavie nach Fort William zu beginnen. Die Familie hatte die beste Zeit ihres Lebens mit viel Sonnenschein und der blühenden Natur um sie herum.

Lesen Sie jetzt über das wundervolle Abenteuer!

 

Tag 1: Milngavie nach Drymen

Wir haben das Budget eines mittelgroßen Südamerikanischen Staates für Regenhosen, wasserdichte Jacken und Gore-tex Schuhe ausgegeben. Der Grund: Natürlich, das Wetter in Schottland! Jedoch, konnten wir unsere Jacken heute nach dem Frühstück wieder in unsere Rucksäcke packen, da am ersten Tag unserer West Highland Way Wanderung die Sonne aus einem klaren blauen Himmel scheinte. 

Nach dem offiziellen Start in Milngavie, gingen wir eine Weile durch den Wald bevor wir die Highlands flüchtig zu sehen bekamen. Wir werden von den Highlands morgen noch mehr sehen wenn wir auf den Conic Hill steigen und entlang des Loch Lomond laufen, aber der erste Teil des West highland Way war schon sehr beeindruckend.

Nach 21 Kilometern kamen wir in Drymen an wo wir im Kip in the Kirk B&B übernachten werden. Von diesem B&B werden wir morgen unsere Wanderreise fortsetzten und der Wettergott meint es wieder gut mit uns – falls die Voraussage von WeerOnline, unserer holländische Webseite für Wettervorhersagen, sich als wahr erweist. Aber jetzt, ab in das Dorf um das Einzige zu kaufen was wir NICHT eingepackt hatten: AfterSun Creme

 

Tag 2: Drymen nach Rowardennan

Es ist ein Bier, ein Whisky, ein Lied und heute haben wir herausgefunden das Loch Lomond auch ein See ist. Aber eigentlich wussten wir das schon weil wir dort in einem vergangenen Urlaub in Schottland schon einmal vorbeigefahren sind. Aber so wie heute haben wir den Loch Lomond noch nie in seiner vollen Pracht gesehen. Auf unserer Wanderung von Drymen nach Rowardennan (24 km) zeigte sich der See von seiner schönsten Seite, verschiedenen Formen und Farben, ganz spektakulär vom Gipfel des Conic Hill, unser erster ernster Anstieg dieser Reise entlang des West Highland Way. 

Nach einem leckeren Mittagessen in Balmaha, erwarteten wir eine eher flache Strecke entlang des Wassers aber alle paar Meter kam ein kleiner Anstieg den wir überwinden mussten, ungefähr der gleiche Anstieg Prozentsatz des Keutenberg, ein Berg in den Niederlanden. Und am Ende des heutigen Abschnittes wartete Alan, der Fahrer eines örtlichen Schulbusses, um uns zurück nach Kip in the Kirk zu bringen wo wir eine zweite Nacht übernachteten. Nach dem wir ganze 6 Stunden gewandert sind, dauerte es nur 6 Minuten im Auto!

Morgen wird er uns um 7.40 Uhr in Rowardennan abliefern um unsere Wanderung fortzusetzen. Dann wird Alan Schulkinder abholen. Denn während wir wandern, läuft das Leben hier einfach ganz normal weiter.

 

Tag 3: Rowardennan nach Inverarnan

“Es scheint wie ein Märchen” sagte heute jemand in unserer Familien WhatsApp Gruppe als wir ein Foto des Ufers mit üppigen blühenden Blauglöckchen, duftenden Weißdornen und moosbedeckten Baumstümpfe teilten, welches wirkte wie aus dem Land der Hobbits.

Aber dann gab es auch Abschnitte die aussahen wie das Gegenteil mit Felsblöcken und felsigen Pfaden, das uns zeigte wie vielfältig und aufregend dieser Pfad war. Wir haben auch einige wirklich schöne Ecken des Loch Lomond erlebt die endlos schienen.

Nach 26 Kilometern atemberaubender Aussichten und unglaublichen Kulissen, kamen wir an unserem B&B für die heutige Nacht an.

 

Tag 4: Inverarnan nach Tyndrum

“Habt ihr einen Tag Pause gemacht?” – Ist eine Frage die uns häufig auf unserem West Highland Way Forum gestellt wird. Ja, das haben wir und dieser war heute. Wir sind nämlich nicht unsere normalen 25 Kilometer sondern nur 12 Kilometer gewandert, aber immer noch 2 Kilometer mehr als der jährliche Chicken Run auf die sich meine Arbeitskollegen immer freuen. Und wieder setzten wir unsere Wanderung an der Bushaltestelle fort an der wir gestern aufgehört hatten. Vom Drovers Inn in Inverarnan wanderten wir zwischen dem wunderschönen Ausläufer der Highlands zurück zu unserem B&B in Crianlarich.

Nach einer kurzen Mittagspause entschieden wir für heute aufzuhören, insbesondere wegen unserer Alternative: führe die Wanderung nach Tyndrum fort (nochmal 11 Kilometer), dann fahre mit dem Bus zurück nach Crianlarich und fahre morgen wieder mit dem Bus nach Tyndrum um weiter nach Bridge of Orchy zu wandern. So verrückt sind wir dann doch nicht! Deshalb haben wir für morgen geplant von Crianlarich nach Tyndrum (Mittagspause) und dann gleich im Anschluss nach Bridge of Orchy zu wandern. Nein, keine Sorge wir werden nichts von der wunderschönen Landschaft auslassen!

 

Tag 5: Tyndrum nach Inveroran

Endlich schottisches Wetter! Hurrah! Nach vier Tagen Sonnenschein in der mein Kookaburra Busch Hut (aus originalem Loch Ness Leder gemacht) fast ausgetrocknet ist, ist dieser nun voll und ganz in seinem Element. Und zum ersten Mal kamen die Regenjacken für unsere Wanderung von Crianlarich nach Bridge of Orchy über Tyndrum, heraus. 

Dieser Teil von Glencoe war für viele Jahrhunderte das Schlachtfeld der schottischen und englischen Armeen und das Versteck von Rob Roy, dem schottischen Robin Hood. Mehr Blut wurde dort vergossen als der heutige Regen und es schüttet heute den ganzen Tag wie aus Eimern. Aber wie man so schön sagt, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, was bedeutet das wir mehr oder weniger trocken am schicken Bridge of Orchy Hotel ankommen werden. Robert the Bruce, König der Schotten von 1306 bis 1329 hätte für eine Nacht in diesem Hotel gemordet.

 

Tag 6: Inveroran nach Kingshouse

Es war wie die Schotten es nennen “ein weiterer schöner Tag”: Grau, anhaltender Regen und definitiv morgens schlechte Sicht. Großartiges Wetter um sich im Bett noch einmal umzudrehen, aber wenn das hier jeder machen würde dann würde niemand das Schlafzimmer für 9 Monate im Jahr verlassen. 

Es ist schon etwas besonderes durch das Glencoe Tal zu wandern, wo jeder Meter geschichtsträchtig ist mit dem Blut vieler Schlachten. Für die, die ein bisschen weniger Geschichte bevorzugen: Große Teile des James Bond Films Skyfall wurden hier gedreht und sogar unser Hotel – Kingshouse – war mit dabei. Kein Wunder das die Damen der Rezeption sich gegenseitig zu flüsterten, “James Bond ist zuhause”, als ich im Hotel mit zwei Bond Girls nach einer 20 kilometer langen Wanderung auftauchte. Naja, alles ist möglich in Filmen…..und auf Facebook.

 

Tag 7: Kingshouse nach Kinlochleven

Das Tal von Glencoe lässt Wanderer nicht so einfach gehen. Diejenigen die das Tal in Richtung Kinlochleven verlassen möchten, müssen die sogenannte “Treppe des Teufels” hinaufsteigen. Diese Strecke, einst für die Soldaten des Generals Wade erbaut, bekam ihren Namen deshalb weil dort das Schicksal der vielen Arbeiter des nahegelegenen Blackwater Dammes nach einem Umtrunk in der Bar des Kinghouse Hotel entschieden wurde.

Auf dem Weg über die Berge zurück zu ihren Quartieren, mussten sie den Preis dafür in den kalten Wintermonaten bitterlich bezahlen. Denn “Der Teufel holt sich immer seine eigenen zurück”. Die paar Biere und die Flasche Sauvignon Blanc vom Abend zuvor sind längst schon verdunstet, sodass auf unserem Weg vom Kingshouse Hotel (sehr zu empfehlen) nach Kinlochleven (16 Kilometer), wir nur mit atemberaubenden und wunderschönen Aussichten belohnt wurden.

 

Tag 8: Kinlochleven nach Fort William

Das letzte Stück unserer West Highland Way Wanderung wurde gleichzeitig auch das Längste. Von Kinlochleven nach Fort William sind es nämlich mehr als 27 Kilometer. Aber lass mich mit der guten Nachricht beginnen: Wir haben es geschafft!

Nachdem wir Kinlochleven mit einem steilen Aufstieg verlassen haben, bekamen wir den Eindruck, dass das lange aber schöne Tal das sich vor uns erstreckte, nie ein Ende hatte. Doch auch ein langes Tal findet schließlich ein Ende und als wir an einer Seite des mächtigen Ben Nevis vorbeigingen, wussten wir das es nur noch ein paar Kilometer nach Fort William waren. Endlich angekommen, machten wir das pflichtgemäße Foto am offiziellen Endpunkt des West Highland Way. 

Und danach kauften wir die typischen schottischen Souvenirs, T-Shirts, Plüschtiere etc. in der lebhaften Haupteinkaufsstraße und unser Wanderpaket von Hillwalk Tours, gab uns wieder eine großartige Empfehlung für ein Fischrestaurant direkt am See um diesen Tag mit Stil zu beenden. Morgen erwartet uns eine atemberaubende Zugfahrt durch die Highlands wo wir die ganzen Highlights unserer Wanderung in umgekehrter Richtung Revue passieren lassen.

 

Vielen Dank an Dick, Maaike und Irene für die täglichen Berichte und Eindrücke ihres Wanderabenteuers auf dem West Highland Way.

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