Wer war Rob Roy? 15+Fakten über Rob Roy MacGregor

Januar 5, 2018 von
von Januar 5, 2018

Rob Roy Macgregor gilt als der schottische Robin Hood. Von 1671 bis 1734 lebte MacGregor im Hochland. Während die Reichen und Herrschenden ihn als Gesetzlosen ächteten, erlangte er als aufmüpfiger Volksheld schon zu Lebzeiten Ruhm.

Erfahren Sie mehr über sein bewegtes Leben.

#1 – Rob Roys Name stammt von seiner Haarfarbe.

Der später als Rob Roy bekannte Schotte hieß mit bürgerlichem Namen Robert MacGregor. Seinen Spitznamen verdankt er seinem feuerroten Haarschopf, den er von seiner Mutter erbte. Rob Roy heißt so viel wie Roter Rob.

#2 – Der schottische Robin Hood

Ob mit Adligen,Gefängniswärtern, Soldaten oder Heerführern, Rob Roy war Zeit seines Lebens dafür bekannt, sich mit der Obrigkeit anzulegen. Bei den Jakobiteraufständen widersetzte er sich dem protestantischen Königspaar, als Viehtreiber nahm er von den Reichen. Angeblich hat er auch den Armen gegeben. Für über ein Jahrzehnt erwehrte er sich als Geächteter allen Versuchen ihn zu erfassen.

All das reicht, um Robert MacGregor im Volksmund zum schottischen Robin Hood zu machen. Auch wenn es nicht ganz klar ist, inwiefern er für soziale Gerechtigkeit gekämpft hat, seine rebellische Natur hat ihn längst zu einer symbolischen Figur des schottischen Widerstands gemacht.

 #3 – Schon als 18-Jähriger war Rob Roy ein Rebell.

Bereits im Alter von achtzehn Jahren nahm Rob Roy an einer wichtigen politischen Bewegung teil: den Jakobitenaufständen. Sein Vater Donald MacGregor war ein überzeugter Jakobit. 1689 kämpfte er an seiner Seite zusammen mit vielen anderen schottischen Clans in der Schlacht von Killicrankie.

#4 – Die Schlacht von Killiecrankie (1698) dauerte nur zehn Minuten.

Dennoch kostete sie tausende von Männern das Leben. Unter der Führung von Bonnie Dundee standen zweitausend Hochländer doppelt so vielen englischen Soldaten gegenüber. Obwohl sie zahlenmäßig unterlegen waren, verzeichneten die Schotten weniger Verluste. 30% der schottischen Krieger im Vergleich zu 60% der englischen Soldaten starben.

Die Schotten gingen jedoch nicht siegreich aus der Schlacht. Bonnie Dundee wurde getötet und ließ die Hochländer ohne Anführer zurück.

Rob Roy Statur. Foto: geograph.org_David Dixon.

#5 – Die Jakobitenaufstände: eine Frage der Loyalität.

Die Jakobiter erklärten ihre Treue zu König Jakob II., nachdem dieser 1688 im Rahmen der Glorious Revolution von seiner Tochter Maria und ihrem Mann Wilhelm von Oranien vom Thron gestürzt wurde. Damit war Jakob der letzte katholische Monarch.

Die Welle von Loyalität, die seine Absetzung hervorrief, wird jedoch nicht nur als Ausdruck von Widerstand gegen die protestantische Thronfolge verstanden. Seine Anhänger gehörten zu den unterschiedlichsten Gruppen, viele waren selbst Protestanten. Ihre Treue war politisch, patriotisch oder auch wirtschaftlich motiviert.

Die Diversität seiner Anhänger sorgte letztlich auch dafür, dass die Bewegung an internen Streitigkeiten scheiterte. (Siehe Gewissenskonflikt).

#6 – Rob Roy erlangte als Viehtreiber Ansehen und Reichtum

Nach der Schlacht von Killiecrankie stieg Rob Roy MacGregor ins Familiengeschäft ein: Vieh treiben. Das bedeutete, dass er Herden von Hochlandrindern bewachte. Gegen eine gewisse Gebühr sorgte er dafür, dass die Tiere sicher zu anderen Wiesen getrieben wurden. Und stahl, bzw. sorgte für das Verschwinden der Rinder von Zahlungsunwilligen.

Diese Art ‚Schutzgeld-Erpressung‘ war im damaligen Schottland als ehrbarer Brotverdienst angesehen.

#7 – Hochlandrinder galten nicht als Privatbesitz

Es ist wichtig zu wissen, dass Hochlandrinder zu Robs Zeiten als Gemeingut galten und so genau genommen nicht gestohlen werden konnten.

#8 – Rob Roy und die Liebe

Robert war mit Mary MacGregor verheiratet und hatte mit ihr vier Söhne. Angeblich hat Rob Roy um Mary an romantischen Orten in der Natur geworben. Einer dieser Orte ist der bezaubernde Wasserfall an Helen’s Pool in der Nähe von Aberfoyle. Kurz davor beginnt auch der Rob Roy Way.

#9 – Rob hatte einen Erzfeind: den Duke of Montrose

Alles änderte sich im Jahre 1711. Um seinen eigenen Besitz zu vergrößern, nahm MacGregor einen Kredit beim Duke of Montrose aus. Mit dramatischen Folgen. Der Viehtreiber, dem MacGregor das Geld anvertraute, um Rinder zu kaufen, kehrte nicht zurück. Vielleicht brannte er durch oder wurde Opfer einer Intrige.

Rob Roy jedenfalls wurde als Geächteter von seinem Land vertrieben, sein Haus niedergebrannt. Auf ihn war ein Kopfgeld ausgesetzt.

Der wehrhafte MacGregor begann einen Rachefeldzug gegen Montrose und bestahl ihn regelmäßig.

#10 – 1715 Die Schlacht von Sheriffmuir und ein Gewissenskonflikt

Rob Roy schloss sich einer weiteren Episode der Jakobiteraufstände an. 1715 zogen 12,000 Hochländer unter dem Kommando von John Erskine in die Lowlands. Es kam zur Schlacht von Sheriffmuir.

Rob Roy jedoch zögerte: der Duke of Argyll wollte den Einmarsch in die Lowlands verhindern. Er war der einzige, der Rob Roy bei seinem privaten Rachefeldzug gegen den Duke von Montrose beigestanden hatte. Sein Gewissenskonflikt ist typisch für die internen Interessenkonflikte der Jakobiteraufstände.

#11 – Schon zu Lebzeiten war Robert MacGregor eine Legende.

Es wurden mehrere Romane über Rob Roys wildes Leben geschrieben. Dabei ist es erstaunlich, dass die ersten schon vor seinem Tode veröffentlicht wurden. 1723 erschien Highland Rogue von Daniel Defoe, dem Autor von Robinson Crusoe. Rund hundert Jahre später schrieb Sir Walter Scott den Roman Rob Roy.

Beide Werke nehmen es mit der historischen Wahrheit wohl nicht ganz so genau, stellen MacGregor jedoch als einen freundlichen Schurken dar.

Loch Katrine, nahe dem Geburtsort von Rob Roy. Photo: flickr_john mcsporran

#12 – Robert MacGregor starb friedlich in seinem Bett.

Auch wenn sein rebellisches Treiben es nicht vermuten lässt, MacGregor wurde 1727 im Zuge einer General-Amnestie begnadigt und starb am 28. Dezember 1734 friedlich in seinem Bett.

#13 – Sogar die Inschrift auf seinem Grabstein ist trotzig.

Das Grab von Rob Roy befindet sich in Balquhidder. Auf dem Rob Roy Way kann man von Kingshouse einen Abstecher zu MacGregors letzter Ruhestätte machen.

Die Inschrift bezeugt ein Mal mehr seinen rebellischen und unbeugsamen Charakter. Sie lautet: MacGregor Despite Them. Ihnen zum Trotz.

Der Rob Roy Way.

#14 – Liam Neeson spielte Rob Roy.

Die legendäre Verfilmung von 1995 sah Liam Neeson in der Hauptrolle. Michael Caton-Jones‘ Rob Roy ist allerdings nicht die erste Verfilmung des Hochland Stoffs. Walt Disney Productions hatten schon 1953 Rob Roy – Der Königliche Rebell gedreht.

#15 – Der Rob Roy Film wurde nicht an Originalschauplätzen gedreht.

Obwohl die Dreharbeiten zu Michael Catons Verfilmung in Schottland stattfanden, wurden sie nicht an den historischen Schauplätzen gedreht. Um Anzeichen von moderner Zivilisation und Besucher*innen aus dem Weg zu gehen, fanden die Drehs  in wilderen Teilen des Hochlands statt.

#16 – Drummond Castle ist der einzige Ort, wo der historische und fiktive Robert MacGregor zusammentreffen.

Wenn Sie einen Ort besuchen wollen, der sowohl als Filmkulisse gedient hat, als auch von Rob Roy betreten wurde, bleibt Ihnen nur Drummond Castle. MacGregor wurde in der malerische Burg mit angrenzendem Terrassengarten untergebracht, nachdem er in der Schlacht von 1689 verwundet wurde.

Als Wahrzeichen vergangener Tage ist das imposante Gebäude, unweit vom Rob Roy Way entfernt, ohnehin eine Besuch wert.

#17 – Der Roby Roy Way gehört zu den Great National Trails

Der Rob Roy Way gehört zu den insgesamt sechzehn Great National Trails. Eröffnet wurde er erst im Jahr 2002. Der 127 Kilometer lange Wanderweg befindet sich mitten in dem Gebiet, in dem Robert MacGregor einst zuhause war.

Teile der Strecke (z.B. Drymen nach Aberfoyle) verlaufen sogar auf den selben Pfaden, auf denen die Viehtreiber die Hochlandrinder hüteten.


Sie möchten auf den Spuren des schottischen Volkshelden wandeln? Hillwalk Tours plant Ihre Wanderung auf dem Rob Roy Way!