Die Kathedrale von Santiago de Compostela: 16 Fakten

Oktober 29, 2017 von
von Oktober 29, 2017

Die Kathedrale von Santiago de Compostela ist das stolze Endziel einer jeden Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg. Die wunderschöne Kathedrale zählt zum  UNESCO-Weltkulturerbe und stellt einen wahrhaft krönenden Abschluss für die Pilgerreise auf dem Camino dar. 

Mythen ranken sich um das imposante Gebäude und bis heute ist nicht vollends klar, ob es wirklich die Gebeine des Apostels Jakobus beherbergt. Dafür beeindruckt die Kathedrale mit prächtiger Architektur und seltenen Kunstschätzen und gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Pilgerorten in Europa.

Hillwalk Tours hat für Sie 16 erstaunliche Fakten über die faszinierende Geschichte der Kathedrale von Santiago zusammengestellt.

Angekommen. Photo credit: flickr_Alberto Cabrera

#1 – Der Bau der Kathedrale begann im Jahr 1057

Der Bau der Kathedrale von Santiago begann im Jahr 1057 und zwar auf dem Fundament einer kleinen Kirche, die zuvor dem Apostel Jakobus gewidmet war. Die erste Phase des Baus dauerte 36 Jahre.

#2 – 1,200 Besucher 

1,200 Besucher*innen finden gleichzeitig in der Kathedrale Platz.

#3 – Stilmix und Erweiterung

In ihrem beinahe tausend-jährigen Bestehen erlebte die Kathedrale diverse Um-und Anbauten. Dadurch wurde die ursprüngliche Grundfläche um ein vielfaches vergrößert. So vereint das imposante Bauwerk heute verschiedene Baustile, darunter Romanische, früh und spät Gotische, und Barocke Elemente.

#4 – Der Handabdruck Tausender

Durch den Eingang vom Westportal aus gelangt man zum Pórtico da Gloria. Hier befindet sich eine Statur des Apostels Jakobus und unter ihm der Arbol de Jese,  ein marmorner Baum. Seit Jahrhunderten haben Pilger*innen den linken Fuß ihres Schutzpatrons berührt und so im weichen Stein einen Handabdruck hinterlassen.

#5 – Im Mittelalter standen die Türen der Kathedrale immer offen

Zu jeder Tages-und Nachtzeit wurde mit der Ankunft von Pilger*innen gerechnet. Diese verbrachten traditionsgemäß die erste Nacht betend und wachend in der Kathedrale von Santiago de Compostela. Die Türen des Gotteshauses wurden nie verschlossen.

Photo credit: flickr_Contando Estrelas

#6 – Mehrere Messen täglich

Heute finden jeden Tag zahlreiche Messen in der Kathedrale von Santiago de Compostela statt. Die genauen Zeiten finden Sie hier. Morgens um 8 Uhr können Sie einer Messe in deutscher Sprache beiwohnen.

#7 – Ist es wirklich Apostel Jakobus?

Bis heute gibt es geteilte Ansichten darüber, ob es sich bei den ausgestellten Gebeinen um die sterblichen Überreste des Heiligen Jakobus handelt. Der Legende nach wurde der Leichnam des Apostels per Schiff von Jerusalem nach Nordspanien gebracht. Martin Luther wetterte gegen eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg und zweifelte an der Echtheit der Gebeine. Papst Leo der XIII bestätigte diese jedoch, als er im Jahre 1884 die Reliquie für authentisch erklärte.

Um 1700 fürchtete man in Galicien eine Invasion der Briten und so wurden die Gebeine sicherheitshalber versteckt. Als die Gefahr vorbei war, fand man statt einem drei Skelette. Zwei gehörten jedoch angeblich Schülern des Apostels.

#8 – Weltkulturerbe seit 1985

Im Jahre 1985 wurde die Kathedrale von Santiago de Compostela zusammen mit der Altstadt von Santiago zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

#9 – Die berühmte West-Fassade ist eine barocke Ergänzung

Die berühmteste Ansicht der Kathedrale ist die West-Fassade, auch genannt Fachada del Obradoiro, die man vom Obradoiro Platz aus betritt. Die üppige Ergänzung des Bauwerks besteht aus zwei Türmen und einem Mittelteil und wurde 1738-50 von dem unbekannten Architekten Fernando de Casas entworfen und überwacht.

Der rechte Turm heißt ‚Torre de las Campanas‘ (Glockenturm) und der linke Turm , ‚Torre de Carracas‘ bezeichnet das Geräusch in der Karwoche, wenn die Glocken verstummen.

Die Granit-Fassade ist reich verziert. Eine Statur stellt den Heiligen Jakobus als Pilger mit Stab, Jakobsmuschel und breitkrämpigem Hut dar.

Apostel Jakobus. Photo: flickr_Simone Ramella

#10 – Meister Mateos Unterschrift

Meister Mateo, der Künstler der das Pórtico da Gloria erschuf, unterzeichnete sein Werk. Allerdings nicht mit einer profanen Unterschrift oder Gravur im Stein. Stattdessen meißelte er eine kleine Figur, die ihn selbst darstellt und platzierte sie am unteren Ende des  Pórtico.

#11 – Das Pórtico da Gloria: Prunkstück aus dem Jahre 1188

Hinter der West-Fassade befindet sich das Romanische Eingangs-Portal Pórtico da Gloria. Dieses wurde 1188 von Maestro Mateo und seinen Gesellen gefertigt und gilt als der größte Kunstschatz der gesamten Kathedrale.

Die beiden Bögen des Portals sind über und über mit aus Stein gehauenen Figuren geschmückt. Darunter sind neben Jesus Christus und Apostel Jakobus die vier Evangelisten, die 24 Ältesten der Apokalypse und verschiedene Engel. Sie stellen Szenen des Jüngsten Gerichts dar.

Vor dem Bau der West-Fassade lag es an der Außenseite, doch heute befindet es sich vom Wetter geschützt innerhalb des Gebäudes.

#12 – Motiv der Cent-Münzen

Die Kathedrale von Santiago de Compostela ziert die spanischen Cent-Münzen.

Der Botafumeiro. Photo: flickr_Rob

#13 – Der Botafumeiro

Der Botafumeiro ist ein stattliches Weihrauchfass, das in der Kathedrale an einem Seil über die Köpfe der Pilger*innen geschwenkt wird. Es ist beeindruckende 1,60 meter hoch und wiegt 80kg. Acht Menschen sind nötig, um den Botafumeiro zu schwingen.

Der Einsatz von Weihrauch war nicht nur liturgisch bedingt, sondern diente auch um den Geruch der Pilgerer zu übertönen. Nach beinahe 800 Kilometern Fußmarsch und einer durchwachten Nacht in der Kathedrale kann man sich vorstellen, dass das nötig war.

#14 – Von Santiago nach Córdoba

Als der andalusische Herrscher al-Mensur (oder Almanzor) im Jahre 997 Santiago eroberte, kam Santiago unter muslimische Herrschaft. Almanzor verschonte die Kirche, in der die Reliquien des Heiligen Jakobus aufbewahrt wurden.

Er befahl den Einwohnern von Santiago jedoch die Kirchglocken ca. 800 km ins süd-spanische Córdoba zu bringen. Dort sollten sie für den Bau einer Moschee verwendet werden.

#15 – Ein Splitter des Kreuz

Eine weiterer Kunstschatz, der sich in einer Gruft im Hauptschiff der Kathedrale von Santiago befindet, ist ein goldenes Kreuz aus dem Jahre 874. Darin eingelassen ist ein angeblich originaler Splitter des Kreuzes Jesu.

#16 – Sterngucker

Das Grab des Apostels Jakobus gerat ab dem dritten Jhd. nach Christus in Vergessenheit. Erst im Jahre 814 wurde die letzte Ruhestätte des Heiligen wiederentdeckt. Der Einsiedler Pelagius entdeckte seltsame Erscheinungen am Nachthimmel, die ihn schließlich bis nach Santiago führten. So wurde er der erste Mensch, der nach Santiago de Compostela pilgerte.

Hier stand später eine kleine Kirche, gewissermaßen der Vorläufer der Kathedrale.

Die West-Fassade der Kathedrale von Santiago. Photo: flickr_Contando Estrelas


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