Inspirierende Outdoor Frauen – 8 berühmte Bergsteigerinnen

März 11, 2017 von
von März 11, 2017

Anlässlich des Welfrauentages am  8. März widmen wir diesen Beitrag einigen beeindruckenden Outdoor-Ladies. Immer mehr Frauen tun sich in Sportarten wie mountain biking, wandern, klettern und seit kürzerem auch im Trail-Running hervor. Die Überschneidungen sind groß, denn wer Bewegung in grandioser Landschaft liebt, ist oft neugierig auf die verschiedenen Arten Natur zu erleben. Die Sportart, die jedoch am meisten die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht und Stars hervorbringt, ist sicherlich der Klettersport in all seiner Vielfalt. Deswegen fangen wir damit an Ihnen hier Bergsteigerinnen verschiedener Generationen vorzustellen, die die Outdoor-Welt beeinflussten und durch ihre überwältigenden Leistungen in Staunen versetzten. 

Fanny Bullock Workman (1859 – 1925)

Geboren im Jahre 1859 gehört Fanny Bullock Workman zu den ersten Frauen überhaupt, die die Berge des Himalayas bestiegen. Auch sonst war sie eine Abenteuerin durch und durch. Gemeinsam mit ihrem Mann reiste sie für zehn Jahre per Fahrrad durch Länder wie Spanien, Syrien und die Türkei. Im Rock.

Als Geografin und Kartografin vermaß sie die Gebirge, die sie bereisten und schrieb Bücher über ihre Erfahrungen.

Außerdem setzte sie sich zu einer Zeit, in der Frauen noch nicht mal wählen durften, für Gleichberechtigung ein. So entstand das berühmte Foto, auf dem sie auf dem „Silver Throne Plateau“ in Kashmir, Indien, das Frauenwahlrecht propagiert.

 

Junko Tabei (1939 – 2016)

Die Japanerin Junko Tabei war die erste Frau auf dem Mount Everest. Am 16. Mai 1975 stand sie auf dem Gipfel des höchsten Bergs der Welt. In Ihrer Heimat führte sie noch mit über 70 Jahren Gruppen von Kindern auf den 3776 Meter hohen Fuji. Ihre Motivation bestand darin auch der nächsten Generation Selbstvertrauen und Liebe zur Natur zu vermitteln. Auf die Frage, woher sie nur die Kraft nähme, sagte sie der deutschen Presseagentur: „Die Quelle meiner Energie ist, dass ich mir ein Ziel nach dem anderen vornehme.“

2016 verstarb Junko Tabei im Alter von 77 Jahren.

Foto: Jaan Künnap – Jaan Künnap, CC-BY-SA 4.0, Link

Clare Sheridan

Clare Sheridan war in den 70er Jahren eine der ersten Kletterinnen überhaupt in Irland. Sie liebt wandern und klettern und nahm an Expeditionen auf verschiedenen Kontinenten Teil, hat selbst Kletterrouten etabliert und Bücher über Fair Head und The Burren geschrieben. Seit über vierzig Jahren hat sie die Entwicklung des Klettersports auf der grünen Insel mitgeprägt und beobachtet, wie sich die Situation für Frauen vor allem durch technische Errungenschaften verändert hat.

Clare zieht traditionelles, technisch anspruchsvolles Kletten großen Höhen vor und hat aus diesem Grund die bewusste Entscheidung getroffen Mount Everest nicht zu besteigen. Ihr Herz gehört seit vielen Jahren Fair Head mit seinen exquisiten Klettermöglichkeiten. Die Landzunge können Sie von der Hillwalk Wanderung im County Antrim aus bewundern.

 


Fairhead. Photo credit: flickr_Steve Cadman

Lynn Hill (*1961)

Lynn Hill, wurde in den 80er und 90er Jahren zu einer absoluten Legende und zählt zu den besten Rock Climbern aller Zeiten. Sie brach diverse Rekorde und war unter anderem der erste Mensch, der 1994 „The Nose“, eine Route auf dem Felsvorsprung „El Capitan“ im Yosemite National Park frei kletterte und schrieb so Geschichte.

Heute betreibt sie eine Firma für Kletterführungen und schreibt auf ihrem Blog über Umwelt, Gesellschaft und auch „Frauen“-Themen wie Klettern in der Schwangerschaft.

Lynn Hill in Aktion:

Gerlinde Kaltenbrunner (*1970)

Die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner war die erste Frau der Welt, die alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bestieg. National Geographic verlieh der Höhenbergsteigerin im Jahre 2012 den Titel „Explorer of the year“.

In den frühen 2000er Jahren war sie Teil eines aufsehenerregenden Wettkampfes zwischen vier beachtlichen Bergsteigerinnen, die darum rangen wer als erste Frau alle Achhttausender besteigen würde. Die Konkurrenz zwischen Kaltenbrunner, Edurne Pasaban, NivesMeroi und Oh Eun-sun löste viele Debatten über die Motivation beim Klettern aus.

 

Photo credit: wikimedia_Franz Johann Morgenbesser

Lhakpa Sherpa (*1974)

Lhakpa Sherpa ist eine eher weniger bekannte Bergsteigerin. Dabei hält die gebürtige Nepalesin diverse Weltrekorde. Zunächst ist sie mit sieben Everest Besteigungen zwischen 2000 und 2016 die Frau, die den höchsten Berg der Welt am häufigsten erklommen hat. Außerdem bildete sie 2003 mit ihrer Schwester Ming Kipa und ihrem Bruder Mingma Gelu 2003 das erste Geschwister-Team, das den Berg gleichzeitig bestieg. Diese Begehung machte ihre 15-jährigen Schwester Ming Kipa zur jüngsten Frau auf dem Everest.

In einem Interview sagte sie außerdem, sie habe für die Besteigungen nicht trainiert. Sie wuchs im Schatten des fünft-höchsten Bergs der Welt auf, das habe ihren Körper an die klimatischen Bedingungen des Himalaya gewöhnt. Lhakpa lebt in den USA und arbeitet als Haushälterin.

Melissa Arnot (*1983)

Obwohl Melissa erst mit 19 Jahren begann zu klettern, hat sich die US-Amerikanerin durch ihre außerordentlichen Leistungen international einen Namen gemacht. Dazu zählen sechs Besteigungen des Mount Everest, davon eine ohne zusätzlichen Sauerstoff und Rekordzeiten bei der „50 Peaks Challenge“. Dabei wird der höchste Berg in jedem US Bundes-Staat bestiegen. Melissas Ziel ist aber nicht der Wettkampf, sondern die Überwindung ihrer eigenen Grenzen.

Sie trainiert junge Kletterinnen und will andere Frauen inspirieren es ihr gleich zu tun. Sie sagt: „Ich möchte, dass andere Kletterinnen wissen, was Frauen alles erreichen können. Ich will keine Ausnahme sein und möchte, dass junge Frauen wissen, dass alles für sie möglich ist.“

Margo Hayes (*1998)

So gerade eben noch im 20. Jahrhundert geboren gehört die US-Amerikanerin Margo Hayes zur ganz jungen Generation von Kletterinnen. Trotzdem hat auch sie schon Geschichte geschrieben. Diesen Februar wurde sie zur ersten Frau, die die mit 9a+ ausgezeichnete „La Rambla“ Route in Siurana, Spanien klettern konnte.

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Geschichte schreiben

Die Geschichte von Frauen in der Welt des Kletterns reflektiert die Geschichte der Welt. Während Fanny Bullock noch für das Wahlrecht kämpfte, nehmen wir heute viele Freiheiten und Rechte für selbstverständlich. Dabei waren Frauen lange von verschiedenen Bereichen des Lebens, so auch Sportarten, ausgeschlossen. So war der Boston Marathon 1972 der erste Marathon, bei dem Frauen zugelassen wurden.

Neue Generationen von Frauen wachsen mit einem ganz anderen Selbstverständnis heran. Auch technische Errungenschaften helfen dabei. So teilt Margo Hayes auf instagram mit tausenden von Frauen ihre Erfolge. Ein weiter Weg von Fannys scchwarz-weiß Bild. Clare Sheridan glaubt außerdem fest daran, dass die Erfindung von Bohrhaken und das Aufkommen des Sportkletterns den Weg für Frauen in diesen Sport geebnet hat.

Und auch wenn durch den Wettbewerbs-Charakter des Kletterns Konkurrenz entsteht, so gibt es auch eine immer größere Gemeinschaft von Bergsteigerinnen, die sich gegenseitig unterstützen und von den Vorbilder vorheriger Generationen inspiriert werden kann.