Wandern in Wales: Der Pembrokeshire Coast Path in 10 Fragen [2020]

Januar 28, 2020 von
von Januar 28, 2020

Der Prembrokeshire Coast Path ist ein wunderschöner Weitwanderweg, der über 300km der Küste von Wales folgt. Robbenbabies, paradiesische Strände und beeindruckende Geologie sind nur manche der Highlights, die Sie auf dem PCP erwarten.

Erfahren Sie hier alles, was Sie wissen müssen, um sich auf Ihre Wanderung an der bezaubernden Küste im „Lande der Rätsel und Zauber“ vorzubereiten.

1. Wo liegt der Pembrokeshire Coast Path?

Der Pembrokeshire Coast Path verläuft entlang der Küste von Wales, genauer gesagt im Süd-Westen des kleinen Landes in der Grafschaft von Pembrokeshire. Start- und Endpunkt des ungefähr 300 Kilometer langen Wanderweges sind Amroth und St. Dogmaels.

Mehr als 80 Prozent des beliebten Fernwanderwegs befinden sich auf dem Gebiet des Pembrokeshire National Park.

2. Wie lange dauert eine Wanderung auf dem PCP?

Der offiziellen Empfehlung zufolge sollte man 12 Tage für den gesamten Pembrokeshire Coast Path einzuplanen. Um die 300 Kilometer in diesem Zeitraum zu bewältigen, müssen Sie allerdings ungefähr 24km täglich wandern. Wem das zu anstrengend erscheint, der kann davon profitieren, dass der PCP aus vielen kleinen Tagesstrecken und Rundwanderwegen besteht. Sie können also ohne Weiteres nur einen Abschnitt des Gesamtweges laufen. Nutzen Sie das ausgezeichnete Shuttle-Bus-System um zum Startpunkt oder zu Ihrer Unterkunft zu gelangen.

Hillwalk Tours bietet selbstgeführte Wanderungen auf einem der schönsten Abschnitte des PCP. Von Amroth aus können Sie mit uns 100 Kilometer den südlichsten Teil bis nach Pembroke laufen. Diese Strecke ist nicht nur malerisch, sie ist auch weniger herausfordernd als die nördlichen Abschnitte.

3. Was ist der Schwierigkeitsgrad des Pembrokeshire Coast Path?

Wer den gesamten Pembrokeshire Coast Path in Angriff nimmt, hat eine wahre sportliche Herausforderung vor sich. Der Gesamtan-und Abstieg beträgt 10,668 Höhenmeter, was einer Besteigung de Mount Everest entspricht.

Der südliche Abschnitt gilt jedoch als moderat und kann von Wander*innen mit unterschiedlichem Grad an Fitness gelaufen werden. Es gibt zwar einige Anstiege, die sind jedoch kurz. Außerdem können Sie aufgrund der zahlreichen Unterkünfte kürzere Tagesetappen wählen und nur so viele Kilometer am Tag wandern, wie Sie sich zutrauen.

4. In welche Richtung sollte ich den PCP laufen?

Obwohl viele Wanderführer den Pembrokeshire Coast Path von Norden nach Süden beschreiben, gibt es einige gute Gründe, warum Reiseanbieter die andere Richtung empfehlen. Die Abschnitte im Süden sind sanfter, bieten also den besseren Einstieg zu Beginn Ihrer Wanderung. Im südlichen Teil gibt es darüber hinaus mehr Unterkünfte. Falls Sie es also doch nicht so weit schaffen, wie gedacht, ist Hilfe nie weit. Ein weiterer Aspekt ist die Windrichtung. Laufen Sie von Amroth nach Pembroke, haben Sie den Wind an den exponiertesten Stellen meistens im Rücken und nicht im Gesicht.

5. Wann ist der beste Reisezeitpunkt?

Der beste Reisezeitraum für eine Wanderung in Wales ist von Mai bis Mitte September. Der ideale Zeitpunkt hängt ganz von Ihren persönlichen Vorlieben ab: im Frühling können Sie Wildblumen und Zugvögel bestaunen, im Sommer vielleicht nach einem Wandertag an einem der unzähligen Strände surfen gehen und im Herbst mit etwas Glück Robbenbabies beobachten.

Im Juli und August geht es in den Badeorten geschäftig zu, wenn man auch in Wales Ferien hat. In diesen Monaten sollten Sie auf jeden Fall rechtzeitig buchen.

Obwohl der Pembrokeshire Coast Path das ganze Jahr gelaufen werden kann, sollte man sich eine Fernwanderung in der kalten und windigen Jahreszeit aufgrund der exponierten Küstenlage wohl besser zwei Mal überlegen.

6. Wie kann ich zu meiner Wanderung nach Wales anreisen?

Es gibt verschieden Optionen, um zum Startpunkt des PCP in Amroth zu gelangen. Cardiff ist der nächstgelegene Flughafen. Hier gibt es Flüge zu verschiedenen deutschen Großstädten, darunter Hamburg, Köln-Bonn und München, sowie nach Basel. Auch Flugverbindungen nach Bristol, Manchester oder London kommen zusammen mit einer Zugfahrt nach Wales für die Anreise in Frage.

Wer für den Klimaschutz etwas Gutes tun will, kann vom europäischen Festland aus auch mit dem Eurostar nach London fahren, zum Beispiel über Paris. Von Städten wie Bristol, London und Manchester aus nehmen Sie den Zug nach Haverfordwest. Dann geht es mit dem Bus weiter nach Amroth. Hier finden Sie eine praktische Homepage für Ihre Reiseplanung in Wales.

7. Wo kann ich übernachten?

Im südlichen Teil des Pembrokeshire Coast Path gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Bei Wander*innen sind B&Bs besonders beliebt, da sie erschwinglichen Komfort bieten und die Menschen vor Ort unterstützen. Dort erwarten Sie nicht nur ein bequemes Bett und eine warme Dusche nach einem Tag an der frischen Luft, beim Frühstück können Sie sich ordentlich stärken und von der Ortskenntnis Ihrer Gastgeber profitieren.

Hartgesottene können es auch in Erwägung ziehen zu campen. Allerdings sind Campingplätze auf dem PCP rar und wild campen ist generell verboten.

8. Wie kann ich mich auf meiner Wanderung in Wales verpflegen?

Die Infrastrukur um den Pembrokeshire Coast Path ist gut ausgebaut, so dass Sie in vielen Orten Einkaufsmöglichkeiten vorfinden. Einige B&Bs bereiten Wander*innen außerdem Lunchpakete zu. In Pubs und Take-aways können Sie günstig einkehren und in abgelegeneren Orten stellen B&B Betreiber*innen nach Vorsabsprache auch eine warme Abendmahlzeit zur Verfügung.

*Ein besonderer Tipp für einen kleinen Snack sind „Welsh cakes“. Die walisische Variante des englischen Scones ist ein Gebäck mit Rosinen, das unterwegs viel Kraft gibt.

9. Was für Ausrüstung sollte ich einpacken?

Auf einer Wanderung auf dem Pembrokeshire Coast Path benötigen Sie vor allem gut eingelaufene Wanderschuhe. Diese leisten den besten Dienst in Kombination mit speziellen Wandersocken. Ansonsten ist auch Regenkleidung (Jacke, Hose und Rucksackschutz) unverzichtbar, da es an der Küste schnell zu Wetterumschwüngen kommen kann. Auch an bewölkten Tagen wird Sonnenschutz empfohlen. Wer darauf aus ist, Tiere zu beobachten, sollte auch in Erwägung ziehen ein kleines Fernglas mitzunehmen.

Die Verwaltung des Wanderwegs gibt außerdem an, dass der Handy-Empfang streckenweise schlecht ist und mobiles Internet nicht überall zu Verfügung steht. Die Beschilderung des PCP ist so gut, dass Sie eigentlich kein GPS brauchen, der GPS Empfang ist jedoch gut, sollten Sie sich gerne mit Naviagation beschäftigen.


Eine Packliste mit allem, was Sie für einen Wanderurlaub brauchen, finden Sie hier.


10. Was ist auf dem Prembrokeshire Coast Path besonders sehenswert?

Der Pembrokeshire Coast Path wurde im Jahre 2011 von National Geographic als zweitschönstes Küsten-Reiseziel der Welt ausgezeichnet und speziell für den nachhaltigen Tourismus gelobt. So wundert es also nicht, dass Naturerleben und landschaftliche Schönheit wesentliche Merkmale der Region sind.

Hier finden Sie ein paar weitere Highlights, die Sie in Pembrokeshire erwarten.

Strände

Der gesamte Pembrokeshire Coast Trail führt über 58 Strände und 14 Häfen. Einige von ihnen sind weit über die walisische Landesgrenze hinaus für ihre Schönheit bekannt. Barafundle Bay, beispielsweise, wurde zum schönsten Strand ganz Großbritanniens gewählt. Dieser Strand besticht durch seine einsame Lage hinter einem Wald, fernab von Straßen und Häusern. Der Strand von Manorbier liegt ebenfalls direkt am Pembrokeshire Coast Path. Eine  mittelalterliche Burg ragt gleich dahinter auf und verleiht diesem Strand eine besondere Atmosphäre und geschichtliche Bedeutung.

Auch die 56 weiteren Strände haben jedoch viel zu bieten, ob es surfbare Wellen, Sonnenuntergänge oder Natureinsamkeit sind.

Geologie

An der Küste von Pembrokeshire befinden sich derart beeindruckende und einzigartige Felsformationen , dass es im Deutschen dafür noch nicht mal immer Namen gibt. „Felsnadeln“, so genannte sea stacks, sind freistehende große Felsen, die aus dem Wasser ragen und von besonders Abenteuerlustigen sogar erklettert werden. „Sea arches“ sind natürlich entstandene Torbögen, unter denen das Meer braust. Auch Meereshöhlen prägen das geologische Landschaftsbild und zeigen, was für besondere Orte entstehen, wenn Meer und Küste aufeinander treffen.

All diese Elemente gehören zu den beliebtesten Fotomotiven der Region.

Tiere

Die Aussicht darauf Wildtiere zu erspähen verleiht jeder Landschaft einen besonderen Zauber. In Pembrokeshire richten Sie dazu Ihren Blick auf die schimmernde Meeresoberfläche und den Himmel. Mit etwas Glück bekommen Sie so vielleicht Robben oder gar einen Delfin zu Gesicht. Im Herbst kommen die Robbenjungen zur Welt und bieten einen besonders possierlichen Anblick.

Ansonsten ist Pembrokeshire aber auch für verschiedene Zugvögel bekannt, die im Frühling und Herbst über die Küstenregion fliegen.

Burgen

Entlang des Pembrokeshire Coast Path erhaschen Sie immer wieder Einblicke in längst vergangene Tage, wenn Sie an imposanten Burgen, historischen Ortskernen und mittelalterlichen Kapellen vorbei laufen.

Ein besonderes architektonisches Highlight ist die normannische Burg von Pembroke. Im 11. Jahrhundert wurden zum ersten Mal auf ihrem Gelände eine Festungsanlage errichtet und später durch Steinmauern verstärkt. Die Lage der Burg ist nahezu ideal: Pembroke Castle liegt nämlich auf einem Felsvorsprung und ist zu drei Seiten von einem Fluss umgeben und somit kaum einnehmbar. Die Mauern zur Landseite hin sind teilweise ganze fünf Meter dick.

Im 17. Jahrhundert jedoch ordnete Oliver Cromwell die Zerstörung der Burg an und forderte sogar die Bewohner*innen von Pembroke dazu auf, sich an den Steinen zu bedienen und sie für ihre Zwecke wieder zuverwenden. Nachdem Pembroke Castle so zu einer Ruine wurde, baute man die Festung schließlich im 19. Jahrhundert wieder auf.

Bezaubernde Dörfer und Städtchen

Tenby

Tenby ist ein für seine ausgezeichneten Strände prämiertes Städtchen und liegt direkt am Pembrokeshire Coast Path. Der bezaubernde Ort lockt Besucher*innen aber nicht nur mit der Aussicht Sandburgen zu bauen und in den Wellen zu baden, auch kulturell hat Tenby einiges zu bieten. Da wäre zum Beispiel die mittelalterliche Stadtmauer, das älteste unabhängige Museum von Wales und für Wander*innen besonders interessant: das Besucherzentrum des Pembrokeshire National Park. Hier können Sie alles zu den wilden Bewohnern der Küste des National Parks lernen.

Wenn Sie ungewöhnliche, spirituelle Orte lieben, sollten Sie auch darüber nachdenken etwas länger in Tenby zu verweilen und Caldey Island einen Besuch abzustatten. Bereits seit dem sechsten Jahrhundert nach Christus wurde die Insel von Mönchen bewohnt, die zu verschiedenen Orden gehörten. Seit 1925 wird die Klosterinsel von Zisterzienser Mönchen verwaltet. Von Montags bis Samstags steht es Besucher*innen offen diesen Ort der Stille und des Gebets zu besuchen.

Saundersfoot

Ganz in der Nähe von Tenby liegt Saundersfoot. Und obwohl das Örtchen um einiges kleiner ist als Tenby, gibt es dort eine beeindruckende Auswahl an vorzüglichen Restaurants. Das Cliff Restaurant oberhalb des Hafens kombiniert exzellente Küche mit berauschender Aussicht auf’s Meer, bei Marina Fish and Chips können Sie sich selbigen Klassiker schmecken lassendas Mulberry Restaurant im Hafen gilt als hippe Alternative und ein kurzer Spaziergang bringt Sie zum Coast Restauarant, das Ausblicke auf den Strand bietet und wo mit regionalen Zutaten gekocht wird.

Der Pembrokeshire Coast Path um Saundersfoot gilt übrigens als einer der aufregendsten Abschnitte, er führt nämlich durch einen Tunnel. Hier laufen Sie auf der Strecke einer ehemaligen Tram, die Kohle von den Minen zum Hafen nach Saundersfoot bringen sollte. Die Kohlenbergwerke sind längst still gelegt und die Tramstrecke erfreut sich heute zum Rad fahren oder wandern großer Beliebtheit.

Tenby in Wales.

Selbstgeführte Wanderungen in Wales

Wenn Sie davon träumen, die bildschöne Küste von Wales mit eigenen Augen zu sehen, wie wäre es mit einer selbstgeführten Wanderung? Sie brauchen nur festzulegen, wie viele Kilometer Sie am Tag laufen wollen und Hillwalk Tours plant alle Etappen und bucht Ihre Unterkünfte in gemütlichen B&Bs, die wir für Sie getestet haben. Sogar Ihr Gepäck wird transportiert, damit Sie nur mit einem Tagesrucksack losziehen und die Magie von Pembrokeshire unbeschwert genießen können.