Juni 30, 2019 von
von Juni 30, 2019

Wer Whisky liebt und gerne wandert (oder anders rum), ist in Schottland auf dem Speyside Way genau richtig. Der malerische Weitwanderweg bringt Sie mitten durch bezaubernde Landschaften ins Herz der Speyside Whisky Region. Dies ist die Gegend mit den meisten Destillerien in ganz Schottland.

Der Speyside Way bietet Ihnen die Chance, ausgedehnte Aufenthalte in der Natur mit der Kostprobe edler Tropfen zu verbinden und darüber hinaus vor Ort mehr über Kultur und Geschichte des Whiskys zu lernen.

Hier finden Sie alle nötigen Informationen, die Sie für die Planung einer Wanderung in dieser einmaligen Region brauchen.

Wandern auf dem Speyside Way

1. Wo verläuft der Speyside Way Whisky Trail?

Der Speyside Way befindet sich im Nordosten Schottlands. Der 116 Kilometer lange Wanderweg beginnt in Buckie an der Küste und verläuft dann südlich zum Rande der Cairngorm Mountains und endet in Aviemore. Er folgt für weite Strecken dem namensgebenden Fluss Spey und bringt Sie von seiner Mündung bis in in sein weites Flusstal.

Der Speyside Way kann durch Zusatzstrecken ergänzt werden. Der Rundweg bei Dufftown, so wie der Abstecher nach Tomintoul bringen Sie zu weiteren Brennereien und können für alternative Routenplanung genutzt werden.

2. Wie lange dauert eine Wanderung auf dem Speyside Way?

Die Dauer einer Wanderung auf dem Speyside Way hängt davon ab, wie viele Kilometer Sie jeden Tag wandern wollen und für welche Route Sie sich entscheiden. Für den gesamten Weg sollten 5 (für sehr sportliche Wander*innen) bis 8 Tage eingeplant werden. Wer länger oder kürzer unterwegs sein möchte, kann einen anderen Startpunkt wählen oder die oben genannten Zusatzstrecken laufen. Mit Hillwalk Tours können Sie maßgeschneiderte Wanderungen buchen und zwischen leichten, moderaten und anspruchsvollen Varianten wählen.

Es lohnt sich jedoch, für Besuche bei den über 20 Brennereien in der Nähe des Trails genügend Zeit einzuplanen um Ihren Besuch in der Region in vollen Zügen zu genießen.

3. Welchen Schwierigkeitsgrad hat der Speyside Way?

Der Speyside Way wird als moderater Wanderweg eingestuft und ist für Anfänger*innen geeignet. Der Weg ist gut ausgeschildert und hat einen Gesamtanstieg von nur 2,400 Metern (zum Vergleich: der anspruchsvollere West Highland Way hat einen Gesamtanstieg von ca 3,900 Metern). Der Anstieg gestaltet sich sanft und gerade die ersten Abschnitte sind relativ eben.

Der Speyside Way nutzt über weite Strecken alte Eisenbahnlinien, Waldwege und Fußpfade mit guter Oberfläche zum wandern.

4. Wie kann ich zum Speyside Way anreisen?

Die nächsten Flughäfen befinden sich in Edinburgh, Glasgow und Inverness. Von hier aus bringen Busse der Öffentlichen Verkehrsmittel Sie zu Ihrem jeweiligen Startpunkt in Buckie, Fochabers, Aberlour etc.

Wer mit der Fähre vom europäischen Festland aus anreisen will, kann als Passagier auch ohne Auto von Zeebrugge in Belgien aus eine Fähre nach Hull, in der Mitte Englands, nehmen. Auch Fernbusse verkehren zwischen diversen europäischen Städten und Großbritannien. Meist müssen Sie hier in London umsteigen und können dann den Zug oder Bus nach Schottland nehmen.

Highlights auf dem Speyside Way Whisky Trail

Whisky

Die Highlights auf dem Speyside Way drehen sich natürlich in erster Linie um das Genussgetränk, für das Schottland so berühmt ist. In denzahlreichen Brennereien können Sie nicht nur die verschiedenen Whiskys probieren, sondern auch deren Produktionsstätten besichtigen.

Handwerk

In Craigellachie können Sie außerdem in der Speyside Cooperage, einer Böttcherei, sehen, wie die traditionellen Eichenfässer hergestellt und repariert werden. Die Tradition der schottischen Böttcher blickt auf 5,000 Jahre Geschichte zurück und ihre Herstellung ist somit eine direkte Verbindung mit der Vergangenheit. Das Eichenfass beeinflusst außerdem den Geschmack des Whiskys und ist ein wichtiger Teil des Qualitätserzeugnis.

Architektur

Weitere Highlights der Region beinhalten wunderschöne Burgen, wie Ballindaloch und Balvenie Castle, historische Brücken und sogar eine Dampflokomotive, die immer noch in Betrieb ist.

Natur

Der Speyside Way ist jedoch nicht nur ein besonderes Erlebnis für Whisky Fans. Die schottische Berglandschaft der Cairngorms, einsame Moore, stille Wälder und die Aussicht Wildtiere zu beobachten, machen den Speyside Way auch für Natur Liebhaber*innen zu einem erstklassigen Reiseziel.

Der Cairngorms National Park ist übrigens das größte Naturreservat in Großbritannien und wurde von National Geographic zu einem der 20 schönsten Orte der Welt gewählt.

5. Was macht den Speyside Whisky so besonders?

In der Speyside Region gibt es insgesamt 50 Brennereien. 60 Prozent des schottischen Whiskys wird hier hergestellt. Der Malt Whisky aus Speyside ist berühmt für seine Leichtigkeit und seine süße, fruchtige Geschmacksnote, die, wie Kenner*innen sagen, Vanille, Rosinen und Gewürze beinhaltet. Die Reinheit des Bergwassers, die guten Anbaubedingungen für Gerste und ein Klima, das sich perfekt zum Reifen von Whisky eignet, haben Speyside seit jeher zu einer erstklassigen Whisky Region gemacht.

6. Welche Brennereien gibt es?

Glenfiddich

Glenfiddich ist die wohl berühmteste Destillerie der Region. 1886 von William Grant gegründet, ist diese Brennerei bis heute ein Familienbetrieb. Sie liegt in einem idyllischen Tal in Dufftown und bietet verschiedene Führungen an.

Eine Tour beinhaltet nicht nur eine Verkostung, sondern erlaubt Ihnen die Herstellung des Whisky live zu erleben. Das besondere Highlight ist der Moment, wenn Sie Zeuge werden, wie der Brennmeister das Herzstück des Destillats aus den einzigartig geformten Kupferblasen einfängt.

Strathisla Distillery

Die Strathisla Distillery wurde bereits 1786 unter dem Namen Milton Distillery gegründet und ist die älteste Brennerei der Region, die heute noch in Betrieb ist. Die Destillerie blickt auf eine turbulente Geschichte regelmäßiger Besitzerwechsel und sogar Bankrott zurück. Im Jahre 1950 kauften die Chivas Brüder die Produktionsstätte und seither gilt sie als „das Zuhause des Chivas Regal“, eines berühmten Blend.

Während einer Führung durch die Strathisla Distillery dürfen Sie nicht nur Whisky probieren und sich mit der Herstellung vertraut machen, sondern auch Ihren eigenen Whisky mischen. Die Brennerei befindet sich in Keith, ungefähr 13 Kilometer von Fochabers und dem Speyside Way entfernt.

Glenlivet Distillery

Der Name Glenlivet kommt von dem Livet Tal (Glen), in dem die Brennerei 1824 gegründet wurde. Seither behauptet man dort mit Stolz die Qualitätsstandards der Region maßgeblich geprägt zu. Selbst der König und viele Adlige gehörten zu den Fans dieses Whiskys. Der Standard wurde heiß umkämpft und gerne imitiert, sodass 1884 ein Gerichtsurteil anderen Herstellern verbot ihren Whisky Glenlivet zu nennen.

Spuren dieser Geschichte können Sie heute nachgehen, wenn Sie auf der Schmuggler Route um die Brennerei einen Spaziergang machen. Die Glenlivet Distillery selbst steht Besucher*innen offen und bietet verschiedene Führungen und Verkostungen an. Die Destillerie befindet sich in Ballindalloch auf dem Seitenarm des Speyside Way, der bis nach Tomintoul führt.

7. Was für Sehenswürdigkeiten gibt es sonst noch auf dem SWWT?

Burgen

Balvenie Castle stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist eine der ältesten Burgen in ganz Schottland. Die gut erhaltene Ringmauer ist ein imposantes Beispiel für die militärische Architektur des Mittelalters und wurde durch spätere Renaissance Bauten ergänzt. Angeblich betrug die Jahresmiete der Burg zur Zeiten der Erbauung eine rote Rose pro Jahr.

Ballindaloch Castle wurde einige Jahrhunderte später errichtet (1546) und ist bis heute bewohnbar. Mysteriöse Begebenheiten ziehen sich durch die Geschichte des Bauwerks. So wurde zur Zeit der Errichtung jede Nacht eingerissen, was bei Tage aufgebaut wurde, bis die Bedingung einer geheimnisvollen Stimme erfüllt war.

Auch soll der Geist von James Grant im Schlosse spuken. Bei einem Besuch mag man diesen Legenden auf den Grund gehen.

Brücken

Die Old Packhorse Bridge in Carrbridge ist in der Tat die älteste Steinbrücke des schottischen Hochlands. Im Jahre 1717 errichtet, ermöglichte sie es den Anwohner*innen den Dulnain Fluss zu überqueren. Bei Hochwasser konnten Tote nicht zum Friedhof auf der anderen Seite des Ufers gebracht und beerdigt werden. Der Bau der Brücke war demnach eine große Erleichterung und wurde von der Gemeinde finanziert.

Die Craigellachie Bridge ist eine eiserne Bogenbrücke, die über die Spey selbst führt. Sie wurde im Zeitraum von 1812 bis 1814 erbaut und befindet sich in Aberlour.  Die Brücke gilt als Meisterstück der Ingenieurskunst und kann noch heute von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen genutzt werden. Einst inspirierte sie sogar den Komponisten William Marshall zu einem Tanzstück.

Dampflok

Auf der 16 Kilometer langen Eisenbahnstrecke zwischen Aviemore und Broomhill gibt es im Sommer einen seltenen Anblick: eine Dampflokomotive zieht ihre Rauchfahne durch die Landschaft. Freiwillige brachten vor vierzig Jahren dieses historische Fortbewegungsmittel zurück auf die Schienen der originalen Hochland Eisenbahn Strecke. Der Strathsprey Railway verläuft parallel zum Speyside Way und erfreut Wander*innen mit ihrem nostalgischen Tuten und Rattern.

Unterkunft und Verpflegung

8. Wo kann ich auf dem Speyside Way übernachten?

Auf dem Speyside Way ist die nächste Übernachtungsmöglichkeit nie mehr als eine Tageswanderung entfernt. In gemütlichen B&Bs können Sie abends die müden Füße ausruhen und eine warme Dusche genießen. Aufgrund der Beliebtheit der Region lohnt es sich aber rechtzeitig einen Schlafplatz zu buchen.

Auch Campingplätze finden sich nahe des Speyside Ways. Unter schottischem Recht ist außerdem sogar wild campen legal, so lange man sich verantwortungsvoll verhält.

9. Wie ist die Verpflegung auf dem SWWT?

Auf dem Speyside Way gibt es nicht nur hervorragenden Whisky, auch für das (sonstige) leibliche Wohl ist mehr als gesorgt. Entlang des Wanderweges können Sie sowohl in Hotels, Pubs und Restaurants zum essen einkehren, oder in Supermärkten einkaufen. Auch Vegetarier*innen und Veganer*innen kommen in den Restaurants auf dem Speyside Way auf ihre Kosten.

Die wahrscheinlich berühmteste Spezialität, die in Speyside hergestellt wird, ist Walkers Shortbread. Shortbread ist eine Art rechteckiger, schottischer Butterkeks, der in die ganze Welt exportiert wird. In der Manufaktur in Aberlour können Sie außer den Keksen noch andere köstliche Gebäcksorten, wie Baisers, Haferplätzchen und Kuchen, probieren.

In der Nähe von Fochabers können Sie außerdem das Baxters Highland Village besuchen, wo der Lebensmittelproduzent seit über 150 Jahren mehr als 100 Produkte, darunter Saucen, Dosensuppen und vieles mehr herstellt.

Ausrüstung für den Speyside Way

10. Wie ist das Wetter auf dem Speyside Way?

Speyside gilt als die trockenste und wärmste Region Schottlands. Zwischen Küste und Bergen gelegen, sorgen dennoch auch hier die geographischen Gegebenheiten für Wechselhaftigkeit und eine gewisse Unberechenbarkeit des Wetters.

Die Monate von April bis Juni gelten in Schottland generell als günstige Reisezeit. Dann gibt es die meisten Sonnenstunden und weniger Regenfall als in den darauf folgenden Sommermonaten. Hier finden Sie weitere Informationen zum Klima in Schottland.

11. Was muss auf dem Speyside Way in den Wanderrucksack?

Ihre Ausrüstung auf dem Speyside Way muss vor allem eines: Sie auf verschiedene Wetterlagen vorbereiten. Die folgenden Dinge sollten daher in keinem Wanderrucksack fehlen:

  • Regenkleidung (Jacke und Hose)
  • Sonnenschutz (Hut, Sonnenbrille, Sonnencreme)
  • Wasser und auffüllbare Trinkgefäße
  • Bequeme Wanderschuhe
  • Wandersocken (Ersatzpaar einpacken)
  • Blasenpflaster und Vaseline für die Fußpflege
  • Snacks für zwischendurch
  • Wanderkarte (GPS, Handy, Kompass, je nach Vorliebe)

Dies sind die Basics, die Sie immer im Tagesrucksack dabei haben sollten. Auf Mehrtageswanderungen benötigen Sie natürlich weitere Dinge, wie warme Schichten, Ersatzkleidung, Pflegeprodukte und persönliche Wertgegenstände.

Wenn Sie eine Wanderung mit Hillwalk Tours buchen, wird das Gepäck, das Sie nicht im Tagesrucksack brauchen, für Sie transportiert. Das hat den Vorteil, dass Sie erheblich weniger Gewicht mit sich herumtragen und schneller voran kommen.

12. Wann ist die beste Zeit, um den Speyside Way zu wandern?

Mai ist in Schottland mit Abstand einer der beliebtesten Monate zum wandern. Die Tage sind lang, die Temperatur steigt und der durchschnittliche Niederschlag ist niedriger als in den anderen Sommermonaten.

Doch auch der Frühling mit dem ersten Grün und dem Wiedererwachen der Natur hat hier seinen Zauber. Der Herbst strahlt Romantik und Gemütlichkeit aus, was ja perfekt zu Abenden mit Whisky und Shortbread passt.

Im Winter sind einige der Unterkünfte geschlossen und Schneefall kann Wanderwege unpassierbar machen. Die Wandersaison dauert hier generell von März bis Oktober. In diesem Zeitraum liegt es also ganz bei Ihnen, welche Jahreszeit ihnen die liebste zum Wandern auf dem Speyside Whisky Trail ist.

Hillwalk Tours bietet den Speyside Way als brandneue Route ab August 2019 an. Wollen Sie mit uns diese Premiere feiern? Buchen Sie jetzt.