Der Giants‘ Causeway in 10 erstaunlichen Fakten

März 4, 2018 von
von März 4, 2018

Der Giants‘ Causeway hoch im Norden Irlands ist ein legendärer Ort von seltener Schönheit. UNESCO Weltkulturerbe seit 1986 lockt die ‚Landbrücke der Riesen‘ jährlich tausende von Tourist*innen an und hat weltberühmte Kunstwerke, wie das Led Zeppelin Cover von Houses of the Holy, inspiriert. 

Zeit, sich diesen besonderen Ort in unseren 10 erstaunlichen Fakten genauer anzuschauen.

Photo: flickr_rosario-fiore. Lizenz: CC-BY-ND

#1 – Geologie: 60 Millionen Jahre Vulkangestein

Die wissenschaftliche Erklärung für die Entstehung der unzähligen sechseckigen Basaltsäulen lautet folgendermaßen. Vulkanausbrüche in der Gegend um Antrim haben die Steinformationen hervorgebracht. Die charakteristische Form der Basaltsäulen entstand durch sehr langsame und regelmäßige Abkühlung des heißen Lavas.

Durch das Erkalten zog sich die Masse zusammen und verursachte Spannungsrisse. Diese wiederum sind für die sechseckige Form der Säulen verantwortlich.

#2 – Der Mythos: Riesenduell

Die mythologische Erklärung für die Entstehung des Giants‘ Causeway gab dem Naturdenkmal seinen Namen. Der irische Riese Fionn mac Cumhaill forderte den schottischen Giganten Benandonner zum Wettkampf heraus. Fionn riss Stück aus der Küste von Antrim heraus und baute so eine Landbrücke zur Nachbarinsel.

Als er jedoch Benandonner erblickte, wurde ihm klar, dass eine Niederlage droht. Benandonner war weitaus größer und stärker als Fionn. Doch was ihm an Kraft fehl, machte er an List wett. Fionns Frau legte ihn in eine Wiege und tat so, als wäre Fionn ihr Baby. Vor Schreck ergriff Benandonner die Flucht: wenn schon das Kind so riesig ist, wie wird dann erst der Vater sein? Auf dem Rückzug risst er die Brücke nieder. Was wir heute sehen, sind nur die Überreste.

#3 – 40.000 Basaltsäulen

Die Anzahl der Basaltsäulen entlang des Giants‘ Causeway beträgt 40.000. Die meisten von ihnen sind sechseckig, doch man findet auch Exemplare mit fünf, sieben oder acht Spitzen.

Fingal’s Cave. Kupferstich von John Cleveley, 18. Jahrhundert.

#4 – Fingal’s Cave

So haarsträubend wie die Legende der Riesen erscheinen mag, verwundert es doch, dass es auch auf der schottischen Seite noch Überbleibsel des Giants‘ Causeway gibt. An der Küste der unbewohnten Insel Staffa befindet sich Fingal’s Cave, eine 85 meter lange Höhle. Auch sie ist von den charakteristischen Basaltsäulen gesäumt.

Wie viele seiner Zeitgenoss*innen im 19. Jahrhundert, besuchte Felix Mendelssohn Bartholdy Fingal’s Cave. Dieser Ort inspirierte seine Ouvertüre Die Hebriden.

#5 – Einzigartiges Vogelparadies

Die Klippen und Steinformationen um den Giants‘ Causeway bieten den verschiedensten Vögeln einen wertvollen Lebensraum. Vogelarten wie Kormorane, Rotschenkel, Eissturmvögel und Eiderenten nisten in den Felsen oder bevölkern die flachen Gewässer der Küste.

Besucher auf der „Bienenwabe“. Foto: flickr_llee_wu, Lizenz.

#6 – 1692 Entdeckt von einem Bischof

Nach der Eroberung der irischen Insel durch Großbritannien, wurde Giants‘ Causeway erstmals im siebzehnten Jahrhundert in der britischen Geschichte erwähnt. Der Bischof von Derry hatte 1692 verlauten lassen, dieses beeindruckende Naturphänomen „entdeckt“ zu haben. Ein Jahr später veröffentlichte Richard Bulkeley, ein Stipendiat des berühmtenTrinity Colleges, einen Ausfsehen erregenden Artikel über Giants‘ Causeway.

Viele Jahre wurde diskutiert, ob es Menschen oder die Natur waren, die den „Damm des Riesen“ gestaltet hatten. Etwas Ähnliches hatte man zu der Zeit noch nie gesehen.

#7 – Led Zeppelins Houses of the Holy

Das preisgekrönte Cover von Led Zeppelins Album Houses of the Holy wurde auf dem Giants‘ Causeway fotografiert. Ein zehntägiger Dauerregen prasselte auf die beiden goldblonden Kinder, die dafür Modell standen. Es wird behauptet, dass dieses spezielle Licht mit zur überirdischen Atmosphäre des Werks beigetragen hat.

Obwohl sicher auch die Entscheidung, die Kinder zu vervielfältigen und ihre Haut per Nachbearbeitung lila zufärben daran Anteil hat.

Das legendäre Cover von Houses of the Holy. Foto: flickr_Ian Burt. Zur Lizenz.

#8 – Der verschwundene Vulkan

Wie auch die Riesen aus der schottischen Legende, kann man den Vulkan, der die Basaltsäulen hervorbrachte, heute nicht mehr zu Gesicht bekommen. Durch Erosion ist er vom Antlitz der Erde verschwunden. Wie so oft, sind es die Spuren der Geschichte, die bis heute auf eine vergangene Welt hinweisen.

#9 – Wanderweg

Wer es nicht eilig hat, dem sei geraten, seinen Besuch des Giants‘ Causeway mit einer Wanderung zu verbinden. Dabei kann man für einen Tagesausflug den 162 Steinstufen der Shepherd’s Steps folgen und genießt so einen atemberaubenden Ausblick auf die Basaltsäulen. Diese befinden sich nördlich des Besucherzentrums.

Wer allerdings den Norden Irlands ausführlich entdecken will, der kann (Ausschnitte) des 1000-Kilometer langen Ulster Way wandern. Der vielleicht schönst Küstenweg Irlands bringt Sie auch zu anderen historischen Sehenswürdigkeiten, wie Dunluce Castle und diversen Drehorten der beliebten Serie Game of Thrones.

Der Giants‘ Causeway. Foto: flickr_Giuseppe Milo. Lizenz: CC BY

#10 – Spitznamen

Im Volksmund sind verschiedene Spitznamen für die einzigartige Landschaft vor den Steilklippen der Küste von Antrim aufgekommen. Einige der Säulenformationen haben sogar eigene Namen, darunter „die Kamelhöcker“, „die Orgelpfeifen“, „die Harfe“, „die Schornsteine“, die „Augen der Riesen“ und die „Bienenwabe.“

*Geheimtipp: bei Sonnenaufgang

Ein spezieller Tipp: stehen Sie früh auf. Der Sonnenaufgang taucht den Giants‘ Causway in ein magisches Licht. Mit etwas Glück sehen Sie wie sich die Morgenröte auf dem Wasser in den Basaltsäulen spiegelt. Doch auch bei grauem Himmel wird der frühe Vogel mit dem Gefühl belohnt, diesen bezaubernden Ort ganz für sich zu haben. Bevor die Welt erwacht.