Geschichte des Hadrianswall

September 27, 2016 von
von September 27, 2016

Der Hadrianswall hat unheimlich viel zu bieten. Wandern Sie auf dem angrenzenden Naturpfad. Entdecken Sie die Ruinen der nördlichsten Barriere, die das Römische Reich in Großbritannien errichtete. Erleben Sie die friedliche Stille inmitten Englands wilder Natur. Der antike Wall ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und hat geschichtlich sowie landschaftlich sehr viel zu bieten. Der Wall sowie Festungen und Wachtürme entlang der 135km langen Strecke sind ein echter Beweis der Fortschrittlichkeit der Militär- und Bautechnik des Römischen Reiches.

 

Ein Überblick über ‘The Walk‘

Die Route

Diese Wanderroute soll zu den einfachsten Fernwanderwegen in England gehören. Der Hadrianswall erstreckt sich von Wallsend an Englands Ostküste bis nach Bowness-on-Solway an der Westküste und ist damit 135km lang. Die Strecke umfasst eine Mischung aus Fußwegen, Feldern, gut erhaltenen Wegen und sehr wenigen Anstiegen. Der meist ebene, gerade verlaufende Boden bedeutet, die Wanderroute entlang des Hadrianswall kann von Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeiten genossen werden. Wenn Ihnen nicht danach ist, die gesamten 135km zu bewältigen, haben Sie die Möglichkeit, nur an bestimmten Stellen des Walls zu wandern.

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Von Ost nach West

Da die Römer den Hadrianswall von Osten nach Westen gebaut haben, ist diese Richtung die beliebteste Route. Nachdem Sie Newcastle hinter sich gelassen haben, wird der Umfang des von den Römern durchgeführten Projektes immer deutlicher sobald weitere Festungen und Wachtürme in Sichtweite kommen.

Im mittleren Teil der Wanderung, zwischen Chollerford und Lanercost werden Sie die ursprüngliche und wilde Landschaft richtig erleben. Hier befinden sich einige der wichtigsten und best erhaltensten Ruinen wie z.B. Housesteads und Vindolanda.

Über teilweise welliges Terrain und vorbei an gut erhaltenen römischen Ruinen und beschaulichen, kleinen Dörfern, endet der Hadrianswall (nicht in Wallsend, wie Sie vielleicht vermuten) in Bowness-on-Solway.

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Sycamore Gap

Sycamore Gap ist eine der meist fotografierten Stellen entlang des Hadrianswall sowie im gesamten Northumberland Nationalpark. Man erkennt den Ort sofort, da dort der Film “Robin Hood: Prince of Thieves“ gedreht wurde.

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Geschichte des Hadrianswall

Eine Reise in die Vergangenheit

Um 122 n.Chr. besuchte Kaiser Hadrian den Norden von England um den Bau seines Walls zu überprüfen. Der Zweck des Hadrianswall ist immer noch umstritten. Er galt gemeinhin als Grenze zwischen England und Schottland, was jedoch so nicht stimmt. Der Wall markiert die nördlichste Abgrenzung des Römischen Reiches in Großbritannien, wodurch manche Leute glaubten, dass er zum Schutz vor den Barbaren im Norden gebaut wurde.

Der Nutzen des Walls hierfür wird ebenfalls debattiert. Ob er vom Norden kommende Angriffe verhindern konnte oder nicht, der Wall ist auf jeden Fall eine Demonstration der Macht und der fortschrittlichen Baukompetenz des Römischen Reiches.

Man vermutet,  dass drei Legionen der römischen Infrantristen an dem Projekt gearbeitet haben. Jede Legion war etwa 5000 Mann stark und die Fertigstellung des Walls dauerte ca. sechs Jahre.

 

Konstruktion – die Erste

Als mit dem Bau begonnen wurde, war geplant, den Wall ungefähr 3 Meter breit und ca. 4,5 Meter hoch zu bauen. Die umgebende Landschaft wurde gut genutzt, da der Wall und die begleitenden Strukturen auf Klippen und Felskanten errichtet wurden. Das machte sie zu erhöhten Aussichtspunkten und erlaubte eine klare, ungehinderte Sicht über den Norden.

In Abständen von einer Meile wurden kleine Forts und Tore errichtet. Sie werden auch ‘milecastles’ genannt. Beim Aushub und der Untersuchung nahm man an, dass jedes kleine Fort 5 bis 8 Männer beherbergte.  In jeder Struktur waren verschiedene Funktionen eingebaut – manche hatten Backöfen und Herde, manche Treppenaufgänge während andere ganz einfach ausgestattet waren.

Zwischen jedem kleinen Fort standen zwei Wachtürme. Sie waren immer aus Steinen gefertigt und boten einen hervorragenden Blick über den Norden. Es wird angenommen, dass während der frühen Konstruktionsphasen Sicherheit kein wichtiges Anliegen war, da Türen und andere Eingänge ebenerdig gebaut waren.

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Konstruktion – die Zweite

In der späteren Phase der Konstruktion wurden Festungen und extra Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Wir können nur annehmen, dass die Römer zu der Zeit eventuell vermehrt Angriffe aus dem Norden bemerkten. Man konzentrierte sich darauf, die Anzahl der Garnisonen der Forts zu erhöhen und das Innere bewegungsfreundlicher zu machen. In jedem Fort waren schätzungsweise 500 bis 1000 Truppen stationiert und so benutzte man Doppeltore, um die Bewegung zu vereinfachen.

In gewissen Abschnitten gab es einen großen Graben mit Erdhügeln auf jeder Seite. Diesen ohne Unterstützung der Kreuzungspunkte, deren Anzahl stark reduziert war, zu überwinden, wäre für jede Person so gut wie unmöglich.

Im Verlauf der Konstruktionsphasen nahm das hohe Niveau der Arbeit ab. Die Maße des Walls wurden reduziert und das stümperhafte Handwerk ist klar ersichtlich. Das kann darauf hindeuten, dass die Römer es plötzlich sehr eilig hatten, den Bau zu beenden.

 

Fakten zum Hadrianswall

  • Man sagt, der Hadrianswall diente George R. R. Martin als Inspiration für ‚The Wall‘ in der TV-Serie Game of Thrones. Dieser Wall ist ca. 700 Fuß hoch und besteht aus festem Eis.
  • Der Hadrianswall wurde nur zwei Jahrzehnte nach der Fertigstellung verlassen und durch einen anderen Wall noch weiter im Norden ersetzt. Dieser erhielt den Namen Antonine Wall. Er wurde später aufgegeben und der Hadrianswall wieder in Besitz genommen.
  • Wanderer können dem Verlauf des Hadrianswall folgen, von einer Küste Englands zur anderen. Eine schöne Wanderung, die sich wirklich lohnt.