11 Tipps für nachhaltiges Reisen & Wandern

April 15, 2018 von
von April 15, 2018

Wir haben 11 Tipps für nachhaltiges Wandern und Reisen. Denn wer die Natur liebt, muss sie schützen. Das Konzept der Nachhaltigkeit stellt nicht nur unseren alltäglichen Lebens-und Konsumstil in Frage, es inspiriert auch grüner zu reisen.

#1 – Lassen Sie sich Zeit

Informieren Sie sich über nachhaltige Reiseanbieter, regionales Essen und Outdoor-Aktivitäten vor Ort. Das kostet Zeit, macht aber auch Vorfreude auf Ihre bevorstehende Reise.

Das Internet macht es schließlich so viel leichter sich über empfehlenswerte Initiativen, Restaurants und Produzenten zu informieren.

#2 – Umweltfreundliche Anreise

Einen anderen Ort zu erkunden ist die Quintessenz des Reisens. Und präsentiert nachhaltig Denkende mit der ersten Herausforderung. Auto und Flugzeug sind im Bezug auf den ökologischen Fußabdruck nicht empfehlenswert, verkürzen aber die Anreisezeit erheblich und machen auch Inseln leichter zugänglich.

Den Weg zum Ziel zu machen und per Fahrrad, zu Fuß oder im Zug zu reisen, ist eine nachhaltige Lösung. Öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn transportieren eine große Anzahl von Passagieren und sind so effizienter. Wer fliegt, sollte es in Erwägung ziehen, das entstandene CO2 zu kompensieren. Online-Rechner, wie z.B. von Atmosfair, geben die genaue Menge an und schlagen Ihnen eine dementsprechende Spende für Klimaschutz-Projekte vor.

#3 – Besser schlafen – nachhaltig übernachten

Wo man sein müdes Haupt bettet, macht einen großen Unterschied beim nachhaltigen Reisen. Buchen Sie Übernachtungen bei lokalen Anbietern, so dass der Gewinn den Menschen an Ihrem Reiseziel zu Gute kommt, und nicht Hotelketten und Großinvestoren.

Auch Airbnb steht immer mehr in der Kritik, Mieter aus Stadtvierteln zu verdrängen und Mieten in die Höhe zu treiben. Informieren Sie sich, ob Sie tatsächlich bei jemandem zuhause Gast sind, oder eine ganze Wohnung zu Verfügung steht. Kurzfristiger Profit sollte langfristigen Mietverhältnissen und Lebensräumen für die Menschen vor Ort keine Konkurrenz machen.

#4 – Regional und unverpackt einkaufen

Besuchen Sie lokale Wochenmärkte und unterstützen Sie (biologische) Landwirte. So kommen Sie vielleicht in den Genuss von Leckerbissen, die es zuhause gar nicht gibt, zum Beispiel frische Feigen oder Algen.

Es lohnt sich immer eine Brotdose mit im Gepäck zu haben. So können Sie oft auf Plastik-Verpackungen verzichten und Snacks mit in die Natur nehmen.

In Restaurants, die der Slow-Food Philosophie folgen, lernen Sie die kulinarischen Eigenheiten Ihres Reiseziels kennen.

Leave no Trace

„Leave no trace“ ist im englischen Sprachraum das Motto aller, die sich für Umweltschutz im Outdoorbereich engagieren. Dabei geht es darum, die Natur durch die Anwesenheit von Menschen so wenig zu belasten, wie möglich.  Keinerlei Spuren zu hinterlassen. Es lässt sich darüber streiten, ob das in Angesicht weltweiter Umweltbelastungen nicht nur symbolisch oder vielleicht sogar ironisch ist.

Doch es ist wichtig, der Natur Kernzonen zu überlassen, in denen sie sich vom Einfluss des Menschen regenerieren kann und so besonders bedrohte Regionen, wie Moore oder Hochebenen, zu schützen.

Diese „unberührten“ Gegenden auf gekennzeichneten Wegen betreten zu dürfen, ist ein großes Geschenk. Es sollte dazu beitragen, dass wir eines verstehen: wir sind Teil der. Überall. Es gibt keine Grenze, die uns und die Umwelt trennt. Wir sind zu jederzeit an jedem Ort für unseren Einfluss auf den Planeten und alle seine Bewohner verantwortlich.

Einige Prinzipien von „Leave no trace“ sind:

#5 – Nichts hinterlassen

Alles, was Sie mit sich bringen, muss auch wieder mit zurück. Das ist im Falle von Plastikverpackungen selbstverständlich. Doch es gilt auch für verrottende Materie wie Hundekot und Bananenschalen. Südfrüchte gehören in vielen Ländern nicht zur regionalen Pflanzenwelt und ihre Schalen sollten dort das ökologische Gleichgewicht nicht beeinflussen.

#6 – Bewohner respektieren

Respektieren Sie die Pflanzen- und Tierwelt. Sie sind bei Ihr zu Gast.

Wildtiere zu beobachten gehört sicher zu den Highlights unter den Outdoor Erlebnissen. Wahren Sie Distanz und nehmen Sie gegebenenfalls ein Fernglas mit. Fassen Sie Tiere, vor allem Jungtiere, nicht an und füttern Sie sie nicht. Das löst massive Veränderungen im Verhalten von Tieren aus.

Informieren Sie sich über die Brutzeiten von Vögeln und klettern Sie nicht in der Nähe von Nestern.

Lassen Sie Hunde zuhause oder nehmen Sie sie an die Leine.

In Schutz-Zonen sollten Sie auch keine Pflanzenteile abbrechen.

#7 – Feuer

Zünden Sie Lagerfeuer nur, wenn dies ausdrücklich erlaubt ist, am besten in errichteten Feuerstellen. Halten Sie Feuer klein und verteilen Sie die kalte Asche am nächsten Morgen.

Kochen Sie auf kleinen Gaskochern.

#8 – Gewässer schützen

Auch Menschen und ihre Verdaungsvorgänge sind Natur, doch menschliche Fäkalien können Gewässer stark belasten und Tiere gefärden. Ihre „Outdoor-Toilette“ sollte mindestens 60 Meter von Gewässern entfernt sein. Vergraben Sie Fäkalien mindestens 15 Zentimeter tief, am besten unter einem Stein.

# 9 – Stille genießen

Musik, Geräusche und sogar laute Stimmen können scheue Wildtiere verängstigen und Stress auslösen. Nutzen Sie Ihren Aufenthalt in Nationalparks und Naturlandschaften, um die Stille zu genießen, das Handy stumm zu schalten und vom sich vom Alltag zu erholen.

Da haben alle was davon.

#10 – Wissen erweitern

Nutzen Sie die Gelegenheit Ihr Wissen über die Natur, ihre Geschichte und Bewohner durch Info-Tafeln oder Führungen zu vertiefen. Viele Nationalparks haben verschiedene, saisonale Touren mit dem zuständigen Ranger im Angebot. Auch Besucherzentren sind, gerade bei schlechtem Wetter, ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Mehr Verständnis für die Wunder der Natur und komplexe ökologische Zusammenhänge helfen zu verstehen, wie schützenswert sie sind. Und dass ihr Fortbestand in unserem eigenen Interesse liegt.

#11 – Neues entdecken

Manche Wandergegenden werden zum Opfer ihrer eigenen Beliebtheit. Zu viele Outdoorfreund*innen trapsen zur gleichen Zeit auf ausgetretenen Pfaden. Erosion, Lärm und Gedränge machen den Aufenthalt für Mensch und Umwelt nicht angenehmer.

Eine Möglichkeit ist es, berühmte Orte und Wanderstrecken in der Nebensaison zu besuchen. Eine andere, den Hype zu vermeiden und weniger bekannte Reiseziele zu erkunden. Selbst in der Nähe Ihres Zuhauses gibt es aller Wahrscheinlichkeit nach noch einiges zu entdecken.